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49 Prozent fehlen digitale Basiskompetenzen

16.09.2026

Nur 49 Prozent der Menschen in Deutschland verfügen über digitale Basiskompetenzen. Diese Zahl stagniert seit zwei Jahren.

Das zeigt der D21-Digital-Index 2024/2025 der Initiative D21. Zu diesen Basiskompetenzen gehören fünf grundlegende Fähigkeiten: Fotos oder Videos mit dem Smartphone versenden, Smartphonefunktionen anpassen, Informationen online finden, starke Passwörter verwenden und mit Textprogrammen arbeiten. Keine einzige Bevölkerungsgruppe in Deutschland erreicht das EU-Ziel von 80 Prozent bis 2030.

Kinder erreichen digitale Kompetenzen nicht

Besonders kritisch zeigt sich die Lage bereits bei Grundschulkindern. Nach Daten der IGLU-Studie 2021 schätzen lediglich 37 Prozent der Viertklässler ihre digitalen Fähigkeiten als hoch ein. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Feld.

Nur wenige Gruppen erreichen digitale Basiskompetenzen
Abbildung 1: Nur wenige Gruppen erreichen digitale Basiskompetenzen – Quelle: Initiative D21, IGLU-Studie, D21-Digital-Index 2024/2025, 2025. repräsentative Erhebung

Bei der Erstellung von Inhalten und beim kritischen Umgang mit Informationen werden erhebliche Unsicherheiten sichtbar. Menschen in schwierigen Wohnverhältnissen verfügen nur zu 27 Prozent über digitale Basiskompetenzen. Der Digital Skills Gap ist damit auch ein Bildungsgap und spiegelt soziale Ungleichheiten wider.

KMU brauchen Mitarbeitende mit digitalen Kompetenzen

Für Unternehmen hat diese Kompetenzlücke direkte Auswirkungen. Laut KfW-Mittelstandspanel geben 80 Prozent der befragten KMU an, dass grundlegende Digitalkompetenzen ihrer Beschäftigten von großer Bedeutung seien. Die erfolgreiche digitale Transformation steht und fällt mit den digitalen Fähigkeiten der Mitarbeitenden.

Die digitale Kompetenzlücke in Zahlen
Abbildung 2: Die digitale Kompetenzlücke in Zahlen – Quelle: Initiative D21, KfW, IGLU-Studie, D21-Digital-Index 2024/2025, 2025. verschiedene Studien

Der europäische Referenzrahmen DigComp definiert seit 2013 die notwendigen Kompetenzen in fünf Bereichen: Informations- und Datenkompetenz, Kommunikation und Zusammenarbeit, Erstellung digitaler Inhalte, Sicherheit sowie Problemlösung. Mit DigComp 3.0 aus November 2025 wurden KI-Kompetenz, Cybersicherheit, digitales Wohlbefinden und der Umgang mit Desinformation ergänzt.

Drei Hebel für Deutschland

Ich sehe drei zentrale Hebel für Verbesserung: Erstens braucht Deutschland eine nationale digitale Kompetenzoffensive mit konkreten Maßnahmen von der Kita bis zur Erwachsenenbildung. Zweitens müssen digitale Kompetenzen situativ und praxisnah vermittelt werden, damit ihre Anwendung im Alltag nachhaltig gelingt. Drittens benötigen besonders benachteiligte Gruppen niedrigschwellige Zugänge und gezielte Unterstützung.

In Kompetenzen Digitalisierung Führungskräfte habe ich beschrieben, welche digitalen Kompetenzen in der Personalentwicklung von Unternehmen wichtig sind und was Führungskräfte unternehmen können. Denn die Zahlen zeigen: Wir können nicht von einer flächendeckenden Befähigung sprechen. Es ist eine strukturelle Herausforderung, die sozialpolitische Maßnahmen ebenso erfordert wie Bildungsinvestitionen.

Wer heute nicht handelt, riskiert eine weiter wachsende digitale Spaltung.

Quellen

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