Warum 70 Prozent der Transformationsprojekte scheitern
22.09.2026
70 Prozent der Transformationsprojekte scheitern. Die Zahl ist seit Jahren stabil, belegt durch McKinsey und Porsche Consulting. Das Problem ist fast nie die Technik.
Ich sehe das in der Beratung immer wieder: Ein Unternehmen startet ein Transformationsprojekt. Die Führung hat einen Plan. Die IT hat eine Lösung. Das Budget steht. Und trotzdem läuft es nicht. Weil die Menschen, die das Projekt tragen sollen, zu spät eingebunden werden. Oder gar nicht.
Beteiligung entscheidet, nicht das Konzept
In den meisten Projekten läuft es so: Die Führung entscheidet, die IT setzt um, die Belegschaft erfährt es spät. Widerstand wird als Unwillen gedeutet, nicht als Signal. Die Bedenken werden nicht ernst genommen. Am Ende steht ein System, das niemand nutzt.

Dabei ist die Lösung bekannt. Eine Studie von Springer zur digitalen Transformation zeigt: Projekte mit aktiver Mitarbeiterbeteiligung haben eine 73 Prozent höhere Erfolgsquote. Nicht Information, sondern Partizipation. Nicht Verkündung, sondern Mitgestaltung.
Das gilt auch für KI-Projekte
Bei KI-Projekten ist es nicht anders. McKinsey und Gartner kommen unabhängig voneinander auf dieselbe Zahl: 70 bis 80 Prozent aller KI-Projekte scheitern, bevor sie in der Produktion ankommen. Auch hier ist das Problem meist nicht die Technologie. Es sind die Menschen, die das System nicht nutzen. Weil sie es nicht verstehen, nicht vertrauen, oder weil es ihre Arbeit schwieriger statt einfacher macht.

Adoption ist kein nachgelagertes Change-Management-Thema. Sie beginnt, bevor die Technik gewählt wird.
Was konkret funktioniert
Mitarbeiter einbinden, bevor das Konzept steht. Ihre Bedenken sammeln, bevor die Technik gewählt wird. Pilotprojekte starten, bei denen sie mitwirken. Quick Wins zeigen, die in ihrem Alltag spürbar sind. Und: Führung, die den Wandel vorlebt, statt ihn zu delegieren.
Transformation ist keine Methode, sondern eine Frage der Kultur. Wer Menschen einbindet, gewinnt nicht nur Akzeptanz, sondern auch Wissen, das in keiner Beraterfolie steht. Wer sie ausschließt, produziert Widerstand, der selbst das beste Projekt scheitern lässt.
Ich habe das in 6 KI-Kompetenzen als Überlebensstrategie: So werden Unternehmen und Mitarbeiter fit beschrieben: Kompetenz entsteht nicht durch den Kauf einer Lizenz, sondern durch Mitgestaltung.
Was gegen Beteiligung spricht
Beteiligung kostet Zeit. Sie verlangsamt Entscheidungen. Und manchmal blockiert sie notwendige Schritte, weil zu viele mitentscheiden wollen. Deshalb braucht es ein Gleichgewicht: Beteiligung bei der Gestaltung, Klarheit bei der Richtung.
Wer beides trennt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem Plan ein funktionierendes Projekt wird.
Quellen
- McKinsey, Studien zu Transformationsprojekten, 2021
- Porsche Consulting, Change Management Kompass, 2022
- McBurnett, Erfolgsfaktoren Change-Vorhaben, 2019
- Bonpago, Studie digitale Transformation Mittelstand, 2025
- Springer, Partizipation als Erfolgsfaktor digitaler Transformationsprojekte, 2026
- Wilke Witte, Mitbestimmung als Erfolgsfaktor der digitalen Transformation, 2025
Der Kompetenz-Radar-Newsletter erscheint im Steinbeis Transferzentrum Digitale Medien und Kommunikation. Alle Ausgaben · Zum Kompetenz-Radar · Projektbedarf melden