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Warum 70 Prozent an fehlender Beteiligung scheitern

22.09.2026

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Warum 70% aller Transformationsprojekte scheitern – und wie echte Beteiligung das verhindert

Warum 70 Prozent an fehlender Beteiligung scheitern

70 bis 80 Prozent aller Transformationsprojekte verfehlen ihre ursprünglichen Ziele.

Das zeigen übereinstimmend Studien von McKinsey, Gartner und Porsche Consulting aus den Jahren 2022 bis 2025. Die Ursache liegt nicht in der Technologie. Sie liegt in einem Kommunikations- und Beteiligungsdefizit von Beginn an.

Menschen werden zu spät eingebunden

Ich beobachte in meiner Beratungsarbeit immer wieder dasselbe Muster: Unternehmen investieren Millionenbudgets in neue Systeme, doch die Menschen werden erst eingebunden, wenn das Projekt bereits steht. Zu diesem Zeitpunkt ist es zu spät.

Transformationsprojekte scheitern vor allem am kulturellen Widerstand
Abbildung 1: Transformationsprojekte scheitern vor allem am kulturellen Widerstand – Quelle: McKinsey, Gartner, Porsche Consulting, Mutaree, Leuphana Universität, Verschiedene Studien 2022-2025, 2022-2025. Metaanalyse mehrerer Studien

McKinsey belegt in seiner Transformationsstudie 2022, dass die aktive Beteiligung von Mitarbeitenden die Erfolgschancen um bis zu 60 Prozent steigern kann. Nicht Motivation durch Anreize, sondern echte Partizipation macht den Unterschied. Die überwiegende Zahl gescheiterter Projekte weist ein zentrales Defizit auf: Die eigene Organisation wird als wichtige Anspruchsgruppe zu wenig miteinbezogen.

90 Prozent aller gescheiterten Transformationsprojekte scheitern am kulturellen Widerstand, nicht an der Technologie. Wenn Mitarbeiter sich als Betroffene statt als Beteiligte erleben, entsteht passive oder aktive Ablehnung. 65 Prozent der Manager benennen laut Mutaree eingefahrene Einstellungen als Haupthindernis bei Change-Projekten, weit vor Ressourcenknappheit.

Verwirrung statt klarer Zielstellung

Das Transformationsbarometer 2025 der Leuphana Universität zeigt: 58,6 Prozent der deutschen Bevölkerung verbinden Transformation in erster Linie mit Verwirrung und unspezifischer Zielstellung. Was für gesellschaftliche Großprojekte gilt, gilt ebenso für betriebliche Vorhaben. Wer nicht klar benennt, was Transformation leisten soll, verliert die Menschen, bevor das erste Projekt startet.

Nur 11 Prozent der Arbeitnehmer erleben die digitale Transformation ihres Unternehmens als gemeinschaftlichen Prozess. 57 Prozent der Befragten bemängeln laut Mutaree, dass keine geeigneten Systeme zur Umsetzung von Change-Projekten vorhanden sind.

Was echte Beteiligung konkret bedeutet

Erstens: Mitarbeiter müssen im Vorfeld der Technologieeinführung eingebunden werden. Nicht erst, wenn das Projekt unmittelbar vor der Umsetzung steht. Die Einbindung sollte so früh wie möglich erfolgen.

Zweitens: Fachliche Einbindung bedeutet, auf das organisationale Wissen der Mitarbeitenden zurückzugreifen. Sie kennen die Prozesse besser als jede Beratung.

Drittens: Führungskräfte müssen befähigt werden, Veränderung nicht nur zu managen, sondern zu verkörpern. Transformation ist kein Expertenprojekt mehr. Wie das gelingt, habe ich in Digitale Transformation Praxis: 7 bewährte Strategien für Manager im Mittelstand 2026 beschrieben – mit konkreten Handlungsschritten für den Mittelstand.

Was das für den Mittelstand bedeutet

Transformationsprojekte scheitern nicht an der Technologie. Sie scheitern daran, dass die Menschen in der Organisation nicht von Beginn an eingebunden werden. Wer Mitarbeiter erst informiert, wenn die Entscheidung gefallen ist, verliert sie.

Der Mittelstand hat hier einen Vorteil gegenüber Konzernen: kürzere Wege, direktere Kommunikation, schnellere Entscheidungen. Nutzen Sie das. Binden Sie die Menschen ein, bevor Sie das nächste System kaufen. Fragen Sie, was sie brauchen. Hören Sie zu.

Das kostet Zeit. Aber es kostet weniger als ein gescheitertes Projekt.

Quellen

Der Kompetenz-Radar-Newsletter erscheint im Steinbeis Transferzentrum Digitale Medien und Kommunikation. Alle Ausgaben · Zum Kompetenz-Radar · Projektbedarf melden

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