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Digital Jetzt und go-digital sind ausgelaufen – aber 15 Landesprogramme zahlen noch

20.09.2026

Wer 2026 nach Fördermitteln für Digitalisierung sucht, stößt zunächst auf eine Ernüchterung: Die beiden bekanntesten Bundesprogramme sind Geschichte. Digital Jetzt lief zum 31.12.2023 aus, go-digital zum 01.01.2025. Beide wurden nicht verlängert, das BMWK nennt als Grund die angespannte Haushaltslage.

Die gute Nachricht: Es gibt weiterhin substantielle Förderung. Nur anders verteilt. Statt zentraler Bundesprogramme spielen jetzt die Länder die Hauptrolle – und für größere Vorhaben sowie Mitarbeiterqualifizierung stehen sogar stärkere Instrumente bereit als zuvor.

Die Bundesländer haben den Staffelstab übernommen

Die drei wichtigsten Hebel für KMU sind aktuell: Erstens die Digitalbonus-Programme der Bundesländer mit Zuschüssen zwischen 5.000 und 50.000 Euro je nach Land. Bayern fördert mit dem Digitalbonus Plus bis zu 50.000 Euro bei 50 Prozent Förderquote, das Programm läuft bis Ende 2027. Nordrhein-Westfalen bietet über Mittelstand Innovativ & Digital bis zu 15.000 Euro, Sachsen über den SAB EFRE bis zu 200.000 Euro.

Bayern und Sachsen fördern am höchsten, andere Länder begrenzen unter 20.000 Euro
Abbildung 1: Bayern und Sachsen fördern am höchsten, andere Länder begrenzen unter 20.000 Euro – Quelle: Lexware, Übersicht: Landesförderprogramme für Digitalisierungsprojekte, 2026. Aktive Landesprogramme, Stand Mai 2026

Zweitens der KfW-ERP-Förderkredit Digitalisierung, Programmnummern 511 und 512. Dieser wurde zum 01.07.2025 neu aufgelegt und finanziert Digitalisierungsvorhaben bis 25 Mio. Euro zu vergünstigten Zinssätzen. Der Antrag läuft über die Hausbank, vor Projektbeginn. In Stufe 3 gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss von bis zu 5 Prozent auf den ausgezahlten Kreditbetrag, maximal 200.000 Euro – geschenkt, nicht zurückzuzahlen.

Drittens die Mitarbeiterqualifizierung über das Qualifizierungschancengesetz. Hier übernimmt die Agentur für Arbeit bei Betrieben unter 50 Beschäftigten bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten plus bis zu 75 Prozent Lohnkostenzuschuss. Die Weiterbildung muss bei einem AZAV-zertifizierten Träger stattfinden und über 120 Stunden dauern. Das ist der wirkungsvollste Hebel für KI- und Digitalisierungs-Schulungen.

Beratungsförderung läuft nur noch bis Jahresende

Eine vierte Option ist die BAFA-Förderung Unternehmensberatung. Sie läuft noch bis 31.12.2026 und bezuschusst professionelle Beratungsleistungen mit bis zu 80 Prozent in den neuen und 50 Prozent in den alten Bundesländern, maximal 3.500 Euro. Das ist die einzige bundesweite Zuschussförderung für externe Beratung, die go-digital im Beratungsanteil teilweise ersetzt.

Die wichtigsten Förderzahlen für den Mittelstand 2026
Abbildung 2: Die wichtigsten Förderzahlen für den Mittelstand 2026 – Quelle: SkillSprinters, Fördermittel Digitalisierung 2026: 12 Programme + 100 %, 2026. Bundesmittel und Landesprogramme, Stand Mai 2026

Wichtig: Nicht jedes Bundesland hat ein aktives Programm. Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen melden für Mai 2026 kein laufendes Digitalbonus-Programm, Thüringen und Rheinland-Pfalz haben die Jahresbudgets bereits ausgeschöpft. Hier bleibt der Weg über Bundesprogramme oder über die kostenlosen Mittelstand-Digital Zentren, die das BMWK als offizielle Nachfolgestruktur für go-digital nennt. Dort gibt es Workshops, Demonstratoren und Einzelberatung, aber keinen Zuschuss zu selbst gewählten Dienstleistern.

Kombinierte Förderung bringt die höchste Quote

Die Programme lassen sich kombinieren. Beispiel: BAFA-Beratung für das Konzept, Digitalbonus des Landes für die Software-Einführung, Qualifizierungschancengesetz für die Mitarbeiterschulung. Die Gesamtförderung darf dabei in der Regel 80 Prozent der Gesamtkosten nicht überschreiten – Kombinationsfähigkeit und Deckelung stehen in den jeweiligen Förderrichtlinien.

Das deckt sich mit dem, was ich in meiner Beratungspraxis sehe: Nur 36 Prozent der Unternehmen nutzen aktuell öffentliche Förderung für IT-Projekte, wie ich in Digitale Führung: 7 essenzielle Strategien für Manager im Mittelstand 2026 beschrieben habe. Programme wie Digital Jetzt haben über 5.000 Unternehmen mit 200 Millionen Euro unterstützt – die Nachfolgestrukturen sind dezentraler, aber in der Summe nicht schwächer. Sie erfordern nur mehr Eigeninitiative bei der Recherche.

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