Wie eine Personal Brand als Medienprodukt entsteht
18.09.2026
Drei Monate haben Studierende meines Studiengangs Digitale Medien für Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken eine Personal-Branding-Strategie entwickelt. Nicht als Theorieübung, sondern als echtes Produkt: Analyse, Positionierung, Content-Strategie, mediale Umsetzung.
Das Projekt zeigt, was entsteht, wenn akademische Ausbildung auf reale Auftraggeber trifft.
Personal Branding ist kein Selbstzweck
Die Studierenden haben gelernt, dass Personal Branding ein strategisches Medienprodukt ist. Nicht Selbstdarstellung, sondern Positionierung mit klarem Nutzen. Für Sportlerinnen und Sportler nach der aktiven Karriere ist das entscheidend: Wer seine Marke nicht selbst gestaltet, überlässt sie anderen.

Aline Rotter-Focken hat den Studierenden Einblick in ihre Ziele gegeben. Die Studierenden haben daraus Botschaften entwickelt, die medial funktionieren. Sie mussten Fragen beantworten: Wofür steht diese Person? Welche Themen trägt sie? Wen will sie erreichen? Das sind Managementfragen, keine Kreativaufgaben.
Projekte dieser Art sind aufwendig
Solche Projekte brauchen Auftraggeber, die bereit sind, mit Studierenden zu arbeiten. Sie sind schwer planbar, nicht jedes Ergebnis ist sofort marktreif. Aber genau das ist der Lerneffekt: Die Studierenden erleben, was es bedeutet, für echte Stakeholder zu liefern, nicht für eine Prüfungsleistung.
In über 1000 Projekten, die ich begleitet habe, sehe ich das immer wieder: Theorie allein reicht nicht. Studierende brauchen Projekterfahrung, die sie ins Berufsleben mitnehmen können. Unternehmen, die Absolventinnen und Absolventen suchen, die komplexe Projekte gesteuert haben, finden sie in solchen Studiengängen.
Was das für die Lehre bedeutet
Medienprojekte sind bei uns fester Bestandteil der Ausbildung, keine Zusatzleistung. Die Studierenden lernen strategisch zu denken und gleichzeitig handwerklich sauber zu produzieren. Sie entwickeln Konzepte, die nicht nur funktionieren, sondern auch umsetzbar sind.
Das ist aufwendig für alle Beteiligten. Aber es zeigt, was möglich ist, wenn Hochschulen nicht nur Wissen vermitteln, sondern Kompetenz aufbauen. Studierende, die solche Projekte absolviert haben, bringen eine Erfahrung mit, die im Lebenslauf nicht steht: Sie haben gelernt, Verantwortung für ein Ergebnis zu übernehmen.
Projektbasiertes Lernen ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Wer heute im Medienbereich arbeiten will, muss mehr können als Theorie aufsagen. Das zeigt dieses Projekt deutlich.
Quellen
- DHBW Mannheim, Medienprojekt Digitale Medien, 2024
- Statista, Marktvolumen Personal Branding weltweit, 2023
Der Kompetenz-Radar-Newsletter erscheint im Steinbeis Transferzentrum Digitale Medien und Kommunikation. Alle Ausgaben · Zum Kompetenz-Radar · Projektbedarf melden