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Kompetenz-Radar

Praxis-know-how für digitale Medienprojekte in Unternehmen

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Olympiasiegerin als Kundin: Praxis statt Theorie

18.09.2026

Drei Monate arbeiteten sechs Studierende an einem Auftrag, den viele Agenturen gerne hätten: Personal Brand und Social-Media-Guide für Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken. Nicht als Rollenspiel. Als echtes Projekt mit echter Auftraggeberin.

Solche Medienprojekte gehören zum Kern unseres Studiengangs Digitale Medien mit Schwerpunkt Medienmanagement und Kommunikation an der DHBW Mannheim. Ich habe die Studienrichtung 2007 gegründet und leite sie seitdem. Das Konzept: Studierende arbeiten nicht an Fallbeispielen, sondern an realen Aufträgen. Die Ergebnisse gehen direkt in die Umsetzung.

Authentizität ist kein Marketingbegriff

Aline Rotter-Focken hatte ich auf einer Fachkonferenz als Keynote-Speakerin erlebt. Die Chance war sofort erkennbar: Eine Spitzensportlerin, die nach ihrer Karriere als Speakerin und Moderatorin durchstarten will, braucht eine starke Personal Brand. Arai, Ko und Ross zeigten 2014, dass athletische Performance eine der drei Kernkomponenten für erfolgreiche Athletenmarken bildet. Doch wie setzt man das konkret um?

Duales Studium: Zahlen zur Verzahnung von Theorie und Praxis
Abbildung 1: Duales Studium: Zahlen zur Verzahnung von Theorie und Praxis – Quelle: DHBW Mannheim, Personal Branding für Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken, 2026. Projektdokumentation Studiengang Digitale Medien

Mitte Juni kam Aline Rotter-Focken zur Abschlusspräsentation an den Campus Coblitzallee. Ihr Dankeschön: der Vortrag „Wille schlägt Talent". Sie erzählte vom kompletten Blackout bei Olympia 2016. Vom Neid nach ihrem WM-Titel 2014. Vom Druck vor Tokio 2021. Und davon, wie sie mit Hilfe eines Sportpsychologen lernte: Dankbarkeit besiegt Angst.

Für die Studierenden war das mehr als ein Vortrag. Es war die direkte Begegnung mit den Werten, die sie zuvor monatelang in Markenkonzepte übersetzt hatten. Authentizität ist kein Marketingbegriff, wenn man einer Olympiasiegerin gegenübersitzt, die sagt: „Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen – es ist sogar schlau."

Theorie und Praxis im Dreimonatsrhythmus

Das duale Studium an der DHBW Mannheim lebt von dieser Verzahnung. Theorie und Praxis wechseln sich im Dreimonatsrhythmus ab. Die Studierenden arbeiten in Partnerunternehmen, sammeln Berufserfahrung und bringen diese in die Hochschule mit. Die Medienprojekte sind das Format, in dem beides zusammenkommt: angewandte Forschung mit messbarem Ergebnis.

Ich sehe das in über 1.000 Projekten immer wieder: Die Ergebnisse sind bereit für die direkte Anwendung. Nicht mit Übungen, sondern mit Referenzen. Die Studierenden verlassen die Hochschule mit einem Portfolio, das zählt.

Was das für den Mittelstand bedeutet

Für Unternehmen bedeutet dieses Modell: Sie bekommen Zugang zu jungen Talenten, die nicht erst nach dem Abschluss einsatzbereit sind, sondern bereits während des Studiums. Die Projekte liefern konkrete Lösungen – wie hier Personal Branding und Content-Guide für eine professionelle Speakerin.

Die Verzahnung von strategischer Arbeit und persönlicher Begegnung macht den Unterschied. Wer Menschen für ein Projekt begeistern will, muss ihnen zeigen, wofür sie arbeiten. Nicht in Powerpoint. In der direkten Auseinandersetzung mit echten Auftraggebern, echten Anforderungen, echten Ergebnissen.

Würden Sie ein solches Projekt für Ihr Unternehmen nutzen – oder fehlt Ihnen das Vertrauen in die Kompetenz von Studierenden?

Quellen

Der Kompetenz-Radar-Newsletter erscheint im Steinbeis Transferzentrum Digitale Medien und Kommunikation. Alle Ausgaben · Zum Kompetenz-Radar · Projektbedarf melden

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