Warum digitale Medienprojekte scheitern – und wie nicht
01.09.2026
Digitale Medienprojekte in der Unternehmenskommunikation scheitern nicht an fehlender Technologie. Sie scheitern an mangelnder Strategie und kulturellen Widerständen.
Der CommTech Index Report 2024/2025 zeigt ernüchternd: 71 Prozent der Kommunikationsabteilungen arbeiten ohne ausgearbeitete Digitalisierungsstrategie. Der Digitalisierungsindex stagniert bei 45 von 100 Punkten. Im aktuellen Report 2025/2026 ist er sogar auf 38 Punkte gesunken. Das ist kein Rückschritt der Branche, sondern Ausdruck des Red-Queen-Effekts: Die Innovationsgeschwindigkeit digitaler Technologien übersteigt die Adaptionsfähigkeit der Kommunikationsabteilungen.
Organisatorische Faktoren dominieren
Studien von McKinsey & Gartner bestätigen: Bis zu 80 Prozent der Digitalisierungsprojekte verfehlen ihre Ziele. Die Hauptursachen sind organisatorisch, nicht technisch. Ineffiziente analoge Prozesse werden unhinterfragt 1:1 digitalisiert. Software geht am tatsächlichen Bedarf der Mitarbeitenden vorbei. Starre Planung monolithischer IT-Großprojekte reagiert zu langsam auf Veränderungen.
Ich sehe das in über 1000 Projekten immer wieder: Die Lizenz ist gekauft, die Software installiert, aber die Akzeptanz fehlt. Weil niemand die Mitarbeitenden gefragt hat, was sie wirklich brauchen.
Kulturelle Widerstände als größtes Hindernis
Der CommTech Index Report zeigt: 73 Prozent sehen kulturelle Widerstände als größtes Hindernis. Ohne aktives Change Management und Führungsunterstützung sind Digitalisierungsprojekte zum Scheitern verurteilt. Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon.
Wie ich in Digitales Change Management boosten: Wie KI und ChatGPT mittelständischen Unternehmen helfen können, maximale Wertschöpfung zu erreichen beschrieben habe, liegt die Lösung in drei Grundsätzen: Mitarbeiter von Anfang an einbinden. Prozesse neu denken statt kopieren. Iterativ mit Pilotprojekten starten statt Großprojekte planen.
Was für den Mittelstand gilt
Kommunikation ist der Erfolgsfaktor. Die meisten IT-Projekte scheitern daran, dass Informationen an jeder Übergabe verloren gehen. Wer diese Kommunikationslücken schließt, macht aus digitalen Medienprojekten echte Wertschöpfungspartner.
Agile Methoden helfen: Frühe Prototypen schaffen schnelle Lernzyklen. Nutzer gestalten aktiv mit statt Software passiv zu empfangen. Flexible Anpassung ersetzt starre Anforderungen.
Manche Branchen machen Fortschritte. Der CommTech Index Report dokumentiert, dass insbesondere große PR-Agenturen verstanden haben, dass generative KI ihr Geschäftsmodell bedroht und massiv investieren. Ihr Indexwert stieg von 44 auf 48 Punkte. Auch kleine Organisationen zeigen Fortschritte durch gezielte Pilotprojekte.
Würden Sie in Ihrem Unternehmen zuerst die Strategie entwickeln, die Mitarbeitenden einbinden oder mit einem Pilotprojekt starten?
Quellen
- Standish Group, Chaos Study, 2024
- CommTech Index Report 2024/2025, AG CommTech
- CommTech Index Report 2025/2026, AG CommTech
- McKinsey & Gartner, Digital Transformation Studies, 2024-2026
- Zenkit, Digitalisierungsprojekte-Analyse, 2026
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