UMSETZEN LERNEN MIT PROF. DR. GERALD LEMBKE

Kompetenz-Radar

Praxis-know-how für digitale Medienprojekte in Unternehmen

← Alle Ausgaben im Archiv

KI schafft zehnmal mehr Jobs, als sie abbaut

23.08.2026

Bis 2030 entstehen weltweit 170 Millionen neue Arbeitsplätze durch KI – gleichzeitig fallen 92 Millionen weg.

Das World Economic Forum hat für den Future of Jobs Report 2025 über 1.000 Unternehmen mit 14 Millionen Beschäftigten befragt. Das Ergebnis: Netto entstehen 78 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze. In Deutschland nutzen laut ifo Institut bereits 40,9 Prozent der Unternehmen KI produktiv, 2023 waren es erst 13,3 Prozent. Die Bundesregierung stellt klar: Ein systematischer Beschäftigungsabbau durch KI ist bislang nicht erkennbar.

Zehnmal mehr neue Jobs als verlorene

Die Information Technology & Innovation Foundation hat für 2024 das Verhältnis berechnet: 119.900 neue Arbeitsplätze durch KI-Entwicklung und Rechenzentren entstanden in den USA, 12.700 gingen durch Automatisierung verloren. Das entspricht 0,1 Prozent aller Entlassungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft fand 2024 heraus, dass KI vor allem menschliche Arbeit ergänzt, nicht großflächig ersetzt.

In den USA entstanden 2024 zehnmal mehr KI-Jobs als verloren gingen
Abbildung 1: In den USA entstanden 2024 zehnmal mehr KI-Jobs als verloren gingen – Quelle: Information Technology & Innovation Foundation, AI's Job Impact: Gains Outpace Losses, 2025. USA 2024

Drei Millionen Jobs verändern sich, fallen aber nicht weg

McKinsey Global Institute prognostiziert für Deutschland bis 2030 eine Veränderung von bis zu 3 Millionen Jobs – sieben Prozent der Gesamtbeschäftigung. Veränderung bedeutet Anpassung der Tätigkeiten, nicht Verlust. 30 Prozent der Arbeitsstunden könnten automatisiert werden, vor allem in Büro- und Verwaltungstätigkeiten.

KI-Nutzung in deutschen Unternehmen verdreifachte sich in zwei Jahren
Abbildung 2: KI-Nutzung in deutschen Unternehmen verdreifachte sich in zwei Jahren – Quelle: ifo Institut, Mehr KI, weniger Jobs? Was Unternehmen in Deutschland erwarten, 2025. Unternehmen in Deutschland

Die Bertelsmann Stiftung und IW zeigen eine paradoxe Situation: Trotz KI-Hype stagniert der Anteil der KI-Stellenanzeigen seit 2022 bei nur 1,5 Prozent aller Ausschreibungen. KI schafft Arbeit anders als gedacht – nicht durch neue Spezialisten-Jobs, sondern durch Produktivitätszuwachs in bestehenden Rollen.

Wer sich qualifiziert, profitiert – wer abwartet, riskiert den Anschluss

Trotzdem ist die Verunsicherung real. Das EY European AI Barometer 2024 erfasste: 59 Prozent der deutschen Befragten befürchten Arbeitsplatzverluste durch KI. Das ifo Institut berichtet, dass 40 Prozent der Betriebe planen, Einstiegsjobs in den nächsten drei Jahren zu automatisieren.

KI verändert den Arbeitsmarkt, schafft aber mehr Jobs als sie abbaut
Abbildung 3: KI verändert den Arbeitsmarkt, schafft aber mehr Jobs als sie abbaut – Quelle: World Economic Forum, McKinsey Global Institute, IAB, Verschiedene Studien, 2025. Zusammenfassung der Kernbefunde

Das IAB Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stellte 2025 fest: Hochqualifizierte Beschäftigte mit KI-Einsatz besuchen häufiger Weiterbildungen – 29 Prozent gegenüber 20 Prozent ohne KI-Einsatz. Der Schlüssel liegt in der Anpassungsfähigkeit. Die Bundesregierung will die Weiterbildungsquote bis 2030 auf 65 Prozent steigern, aktuell liegt sie bei 54 Prozent.

Was das für den Mittelstand bedeutet

KI macht nicht arbeitslos, aber sie verändert massiv, wie wir arbeiten. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mehr neue Jobs als verlorene. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das: Wer jetzt in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter investiert, sichert sich Wettbewerbsvorteile. Wie Sie als Führungskraft die KI-Transformation erfolgreich gestalten, habe ich in KI Zukunft der Arbeit: Was Manager im Mittelstand jetzt wissen müssen beschrieben – mit konkreten Strategien zur Umsetzung.

Die Herausforderung liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Geschwindigkeit der Anpassung. Wer seine Teams jetzt befähigt, KI produktiv zu nutzen, profitiert. Strategien dazu finden Sie in Mitarbeiter motivieren für die digitale Transformation – Strategien um Motivation zu steigern.

Quellen

Der Kompetenz-Radar-Newsletter erscheint im Steinbeis Transferzentrum Digitale Medien und Kommunikation. Alle Ausgaben · Zum Kompetenz-Radar · Projektbedarf melden

Auf dem Laufenden bleiben zum Kompetenz-Radar

Diese Ausgabe direkt weiterempfehlen? Neue Ausgaben gibt es unregelmäßig per Mail – ohne Werbung von Dritten, jederzeit mit einem Klick abbestellbar.

Pflichtfelder mit *.