Burnout-Fehltage steigen um 33 Prozent
22.08.2026
107,3 Fehltage je 1.000 Versicherte – so viele Menschen fielen 2024 wegen Burnout aus, ein Höchststand.
Die KKH Kaufmännische Krankenkasse meldete für 2024 einen Anstieg der Burnout-bedingten Fehltage um 33 Prozent gegenüber 2019. Damals waren es noch 80,7 Tage. Die Zahl der Krankheitsfälle nahm im selben Zeitraum sogar um 46 Prozent zu. Die AOK berichtet, dass sich Burnout-Fehltage zwischen 2014 und 2024 nahezu verdoppelt haben – von 100 auf 184 Tage je 100 Versicherte.
Die 31- bis 40-Jährigen trifft es am härtesten
Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen. Laut der Workplace-Insights-Studie 2025 von DearEmployee stufen sich 18 Prozent dieser Beschäftigten als hochgefährdet ein. Das ist dreimal so viel wie bei den unter 21-Jährigen.

In dieser Lebensphase treffen beruflicher Aufstieg, familiäre Verpflichtungen und verdichtete Arbeit zusammen. Die Pronova BKK hat im März 2026 veröffentlicht, dass 61 Prozent der Beschäftigten ihr eigenes Burnout-Risiko als mittel oder hoch einstufen. Jeder dritte Berufstätige gibt an, im Laufe seines Arbeitslebens bereits ein Burnout erlebt zu haben.
Psychische Erkrankungen verursachen jeden sechsten Fehltag
Psychische Erkrankungen machten 2024 laut DAK-Gesundheit 17,4 Prozent aller Fehltage aus. Depressionen verursachten dabei die meisten Ausfälle.

Besonders belastet sind Beschäftigte in Kitas, in der Altenpflege und im Gesundheitswesen. Auf 100 DAK-versicherte Kita-Beschäftigte entfielen 586 psychisch bedingte Fehltage. Seit 2022 bleibt die psychische Belastung auf diesem hohen Niveau.
Fachkräftemangel verschärft die Belastung
Die Ursachen liegen nicht nur in individueller Überlastung. Fachkräftemangel führt zu unfairer Aufgabenverteilung. Ständige Erreichbarkeit verwischt die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit.
Zeitdruck, emotionale Anforderungen und häufige Unterbrechungen werden von den 21- bis 40-Jährigen am häufigsten als belastend genannt. Standardisierte Wellness-Programme greifen hier zu kurz. Strukturelle Veränderungen in Arbeitsorganisation und Führungskultur sind nötig.
Was das für den Mittelstand bedeutet
Die gestiegenen Zahlen gehen teilweise auf bessere Diagnosepraxis und geringere Stigmatisierung zurück. Die DAK-Gesundheit hat 2024 ihre Methodik geändert, was manche Anstiege methodisch erklärt. Die tatsächliche Dunkelziffer könnte daher anders verteilt sein.
Für mittelständische Unternehmen bedeutet das: Betriebliches Gesundheitsmanagement muss über Yoga-Kurse hinausgehen. Führungskräfte brauchen Kompetenzen, um Überlastung früh zu erkennen und gegenzusteuern. Wie ich in KI Zukunft der Arbeit: Was Manager im Mittelstand jetzt wissen müssen beschrieben habe, verändert KI die Arbeitswelt grundlegend – auch bei der Frage, wie Arbeit verteilt und Belastung gestaltet wird. Wer jetzt in nachhaltige Arbeitsbedingungen investiert, sichert nicht nur die Gesundheit seiner Mitarbeiter, sondern auch die eigene Wettbewerbsfähigkeit.
Quellen
- KKH Kaufmännische Krankenkasse, Immer mehr Fälle von Burnout, 2025,
https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/audatenburnout - DearEmployee, Workplace Insights 2025, 2025,
https://www.presseportal.de/pm/150441/6041955 - Pronova BKK, Studie Arbeiten 2025, 2026,
https://www.pronovabkk.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2026/beschaeftigte-sind-burn-out-gefaehrdet.html - AOK, Fehlzeiten-Report 2024, 2024,
https://www.aok.de/pp/bv/pm/fehlzeiten-report-2024/ - DAK-Gesundheit, Psychreport 2025, 2025,
https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/psychreport-2025_91766
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