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113.000 dual Studierende – aber kaum Semesterferien

23.08.2026

Über 113.000 junge Menschen in Deutschland studieren dual – und verzichten dafür auf Semesterferien.

Das zeigt die aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung für 2024. Theorie- und Praxisphasen wechseln sich alle drei Monate ab, echte Erholung gibt es nicht. Die Vergütung während des Studiums deckt meist nur die Lebenshaltungskosten. Trotzdem wächst das Modell kontinuierlich.

1.824 duale Studiengänge in Deutschland

Laut Bundesinstitut für Berufsbildung waren 2024 genau 113.526 Studierende in einem der 1.824 dualen Studiengänge eingeschrieben. Die Zahl steigt seit Jahren. Studierende lernen parallel an der Hochschule und im Partnerunternehmen.

Duales Studium in Deutschland 2024
Abbildung 1: Duales Studium in Deutschland 2024 – Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Duales Studium in Zahlen 2024, 2024. verschiedene Quellen

Die DHBW Mannheim kooperiert allein mit rund 2.000 dualen Partnern. Die Praxisphasen finden bei Medienunternehmen, Werbeagenturen oder in Kommunikationsabteilungen statt. Studierende arbeiten an echten Projekten, von Webdesign über Content-Erstellung bis zur Medienproduktion.

Digitale Medien verbinden Gestaltung, Technik und Wirtschaft

Digitale Medien gehören zu den interdisziplinären Formaten im dualen Studium. Der Studiengang verbindet Mediengestaltung, Medientechnik und Betriebswirtschaft mit angewandter Informatik. Nach drei Jahren schließen Studierende mit dem Bachelor of Arts und 210 ECTS-Punkten ab.

Die DHBW Ravensburg wurde 2026 vom Art Directors Club als Kreativ-Hochschule des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Über 85 Prozent der Absolventen erhalten bereits vor der letzten Prüfung einen Arbeitsvertrag.

3.280 Euro Einstiegsgehalt nach dem Abschluss

Laut Brutto-Netto-Gehaltsrechner liegt das mittlere Einstiegsgehalt nach dem dualen Studium Digitale Medien bei rund 3.280 Euro brutto im Monat. Unternehmen suchen Mitarbeiter, die gestalterisch denken, technisch umsetzen und wirtschaftlich planen können.

Die Nachfrage nach digital qualifizierten Medienfachkräften steigt. Das duale Format liefert genau diese Kombination aus wissenschaftlichem Studium und fundierter Praxisausbildung. Wie ich in Das Digitale Hamsterrad – Was wir für einen intelligenten Umgang mit digitalen Medien tun können beschrieben habe, brauchen Menschen in digitalen Berufen bewusste Strategien gegen die permanente Erreichbarkeit.

Was das für den Mittelstand bedeutet

Das duale Studium sichert Unternehmen früh qualifizierte Fachkräfte. Wer dual ausbildet, bindet Talente bereits während des Studiums. Die hohe Übernahmequote von über 85 Prozent zeigt: Das Modell funktioniert für beide Seiten.

Allerdings fordert es von Studierenden Disziplin und Zeitmanagement. Keine Semesterferien bedeutet kaum Pausen. Für Unternehmen bedeutet es Planungssicherheit – und die Verpflichtung, echte Praxisprojekte anzubieten, nicht nur Zuschauen.

Quellen

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